Ausstellungen


Aktuell


Julia Gryboś & Barbora Zentková

Tea Bags on Eyelids

 

Eröffnung: 27. Juli 2022, 18 – 21 Uhr

Laufzeit: 28. Juli – 31. August 2022

Die vielschichtige Klanginstallation Tea Bags on Eyelids von Julia Gryboś und Barbora Zentková kann als eine schrittweise Entwicklung wahrgenommen werden, die sich an eine Reihe früherer Projekte anschließt. Immer wieder thematisieren die Künstlerinnen Arbeitsbedingungen in Verbindung mit Effizienzdruck und chronischer Erschöpfung. Seit 2010 arbeiten die beiden als Duo unter einer gemeinsamen Autorinnenschaft. Im Projektraum Neun Kelche zeigen sie Module aus der Serie Tea Bags on Eyelids in einer eigens für den Raum kreierten Gesamtkomposition. Zuvor wurde die Arbeit bereits in anderer Variante in der Galerie TIC in Brno, Tschechien, gezeigt. Integraler Bestandteil der stets ortsspezifisch neu zusammengesetzten Installation ist eine musikalische Aktivierung. So wird Tea Bags on Eyelids zunächst zur Eröffnung Ausgangspunkt einer immersiven Sound Performance von Wizard Ashdod. Die Performance von Mariana Hradilková am 31. August ist gleichzeitig die Finissage der Ausstellung sowie Abschluss des im August stattfindenden Project Space Festivals.

 

Der Titel Tea Bags on Eyelids verweist auf das Auflegen von Teebeuteln auf die Augenlider als Hausmittel zur Beruhigung von geschwollenen, gereizten Augen. Die Spuren des Weinens vor Erschöpfung oder Trauer können so reduziert werden und Augen, die müde sind, sehen nicht mehr müde aus. Beschäftigt und resilient sein gilt in unserer Gesellschaft als produktiv und attraktiv, gleichzeitig müde und zerknittert auszusehen hingegen nicht. Die Künstlerinnen nutzen einen Aufguss verschiedener Arten von Teeblättern und Kräutern als natürliche Quelle zum Einfärben ihres textilen Arbeitsmaterials und finden in der Rückkehr zu traditionellen Handwerkstechniken wie Knüpfen und Weben einen Modus der Entschleunigung. Diese repetitive Tätigkeit als Ritual der Entspannung ist in die Installation eingeflochten. Gleichzeitig führt uns jeder Knoten die Handarbeit vor Augen und konfrontiert uns mit dem Druck der Effizienz menschlichen Arbeitens und den damit einhergehenden Anforderungen an eine konstante Produktivität in spätkapitalistischen Strukturen.

Öffnungszeiten: Auf Anfrage

 

Begleitprogramm

 

Eröffnung

27. Juli 2022, 18–21 Uhr

Sound Performance mit Wizard Ashdod

 

Finissage

31. August 2022, 18–21 Uhr

Project Space Festival Special: Sound Performance mit Mariana Hradilková, 19–21 Uhr

 

Foto: Polina Davydenko, 2021


Vergangen


Noa Heyne & Anna Mirkin

UX


Eröffnung: 6. Mai 2022, 19 – 21 Uhr
Laufzeit 7. Mai – 3. Juni 2022

Noa Heyne und Anna Mirkin zeigen im Projektraum Neun Kelche die interaktive Installation UX. Die Künstlerinnen lernten sich 2021 bei LABA Berlin, einem Stipendienprogramm für jüdische Kunst und Kultur, kennen. Sie verbindet ihr Interesse an partizipativen visuellen Erzählungen.

 

Mit UX inszenieren Heyne und Mirkin ein Duett zwischen Mensch und Algorithmus. Als Kürzel des Begriffs User Experience verweist der Titel auf Erlebnisse von Nutzer:innen bei der Interaktion mit einem Produkt oder einer Umgebung. Die Installation ist eine spielerische Umgebung. Einzelne Teile sind mit Sensoren verbunden und bewegen sich in Abhängigkeit zu den Bewegungen des Publikums – dies geschieht jedoch nicht in direkt verständlicher Korrelation und der einladende Eindruck kippt: Die Besucher:innen sind umringt von sich bewegenden Bildern und Objekten und werden mit ihrer eigenen Machtlosigkeit konfrontiert. Mit ihrer Installtion eröffnen Heyne und Mirkin Fragen nach individueller Kontrolle und selbstbestimmten Gestaltungsmöglichkeiten von persönlicher und kultureller Identität in von Algorithmen gesteuerten Räumen.

 

Begleitprogramm

3. Juni 2022, 18 Uhr

Finissage

 

Öffnungszeiten: Freitags und Samstags, 15 – 19 Uhr und auf Anfrage

 

Fotos: Dorothea Dittrich

 

Förderung


Elisa Storelli

Atomistic

 

Eröffnung: 12. Februar 2022

Laufzeit: 13. Februar - 27. März 2022

In ihrer Einzelausstellung Atomistic verwandelt Elisa Storelli den Projektraum Neun Kelche in einen sinnlichen Erfahrungsraum. Ihre raumgreifende Installation besteht aus der multisensorischen Lichtskulptur Time Piece (Seconds) und der Soundinstallation Time Piece (Ticking). Im Zusammenspiel des polyrhythmischen Aufleuchtens des Lichts der ellipsenförmigen Skulptur und der Klangcollage entsteht ein Spannungsfeld der Wahrnehmung, das unmittelbare Sinneseindrücke provoziert und Zugangsmöglichkeiten zu Storellis komplexer künstlerischer Forschung eröffnet.

 

Seit nunmehr zehn Jahren untersucht die Künstlerin, wie sich unser Blick auf das physikalische Phänomen Zeit verändert und in welcher Wechselwirkung dieses Konzept mit gesellschaftlichen Strukturen steht: Zeit haben, Zeit verlieren, Zeit gewinnen – Zeit ist eine der wichtigsten und ungleich verteilten Ressourcen unserer Gesellschaft. In ihren Arbeiten geht Storelli zugleich spielerisch und theoretisch fundiert mit dem Themenkomplex Zeit um und eröffnet neue Perspektiven auf das abstrakte Alltagsphänomen.

 

Begleitprogramm

05. März 2022, 17 – 19 Uhr
Lecture Performance und Künstlerinnengespräch mit Elisa Storelli und Sarie Nijboer

In der Ausstellung, bitte vorab Anmeldung via prost@neunkelche.de

 

26. März 2022, 19 Uhr

Klangsalon mit Constantin Engelmann, Samuel Hertz und Elisa Storelli

In der Ausstellung

 

Fotos: Dorothea Dittrich

 

Öffnungszeiten: Freitags und Samstags, 15 – 19 Uhr und auf Anfrage

 

 

Förderung


Fette Sans

The Cabinet

 

Eröffnung: 4. September 2021

Laufzeit: 5. September - 24. Oktober 2021

Fette Sans eröffnet mit ihrer Einzelausstellung The Cabinet das Programm des 2021 neu gegründeten Projektraums Neun Kelche in Berlin-Weißensee. Die Künstlerin baut in ihren Installationen Räume, die zur Bühne für performative Aktivierungen werden. Ein zentrales Thema spielen dabei pharmazeutische Erzeugnisse und ihre Geschichte vom Heilwissen vergangener Epochen bis hin zur heutigen androzentrischen Pharmawirtschaft.

 

The Cabinet ist in drei Räume gegliedert: Laboratorium, Boudoir, Beichtstuhl. Die menschenleeren Räume lassen eine vorherige Nutzung erahnen. Tabletten und drogenähnliche Substanzen werden zu den Protagonist:innen des Kabinetts. Im Vorfeld der Ausstellung drehte die Künstlerin die Videoarbeit AGIRLICA in der Installation in Berlin-Weißensee, wo sie lebt und arbeitet. Sie bezieht sich in ihrer ortsspezifischen Arbeit auf den expressionistischen Stummfilm Das Cabinet des Dr. Caligari, der ebenfalls in einem kleinen Studio in Berlin-Weißensee gedreht wurde. Fette Sans Neuinterpretation wird zur Finissage am 24. Oktober in der Brotfabrik am Caligariplatz gezeigt. Während der Laufzeit der Ausstellung kann in der Installation Beichte abgelegt werden.

 

Begleitprogramm

2. Oktober 2021, 18 Uhr

Kabinett Gespräch mit Fette Sans

In der Ausstellung

 

24. Oktober 2021, 15.30 Uhr

Finissage mit Screening von AGIRLICA

Im Kino der Brotfabrik, Caligariplatz 1, 13086 Berlin

 

Neun Kelche

Pasedagplatz 3-4

(Zugang über “An der Industriebahn”)

13088 Berlin

 

Fotos: Dorothea Dittrich

 

Öffnungszeiten: Samstags, 15 – 19 Uhr und auf Anfrage

Beichte ablegen: Sonntags, nach vorheriger Anmeldung unter agirlica@gmail.com